CO₂-Steuer 2026: So stark steigen Ihre Heizkosten wirklich
Die CO₂-Steuer (offiziell: CO₂-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz — BEHG) verteuert fossile Brennstoffe seit 2021 schrittweise. Für Hausbesitzer mit Gas- oder Ölheizung bedeutet das: Die Heizkosten steigen jedes Jahr weiter — unabhängig vom Energiepreis am Markt.
CO₂-Preis: Entwicklung und Ausblick
| Jahr | CO₂-Preis pro Tonne | Aufschlag pro kWh Erdgas | Aufschlag pro Liter Heizöl |
|---|---|---|---|
| 2021 | 25 € | 0,5 ct | 6,7 ct |
| 2022 | 30 € | 0,6 ct | 8,0 ct |
| 2023 | 30 € | 0,6 ct | 8,0 ct |
| 2024 | 45 € | 0,9 ct | 12,0 ct |
| 2025 | 55 € | 1,1 ct | 14,7 ct |
| 2026 | 55 - 65 €* | 1,1 - 1,3 ct | 14,7 - 17,3 ct |
| Ab 2027 | Auktionssystem (EU ETS2) | Marktpreis, Schätzung: 80-150 €/t | — |
*Ab 2026 gilt ein Preiskorridor von 55-65 €/t. Ab 2027 wird das europäische Emissionshandelssystem ETS2 eingeführt — der Preis wird dann vom Markt bestimmt. Experten rechnen mit 80 bis 150 €/t bis 2030.
Konkrete Auswirkung auf Ihre Heizkosten
Was bedeutet die CO₂-Steuer für ein typisches Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr?
| Jahr | CO₂-Steuer/Jahr | Mehrkosten vs. 2020 |
|---|---|---|
| 2024 | 180 € | +180 € |
| 2025 | 221 € | +221 € |
| 2026 | 221 - 261 € | +221 - 261 € |
| 2030 (Prognose 120 €/t) | 483 € | +483 € |
Über 20 Jahre gerechnet (Lebensdauer einer neuen Gasheizung) summiert sich die CO₂-Steuer auf geschätzt 8.000 bis 15.000 € — und das zusätzlich zu den regulären Gaskosten. Für Ölheizungen ist der Aufschlag noch höher.
CO₂-Steuer bei Mietwohnungen: Aufteilung Mieter/Vermieter
Seit 2023 wird die CO₂-Steuer zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto mehr zahlt der Vermieter:
| CO₂-Ausstoß des Gebäudes | Mieteranteil | Vermieteranteil |
|---|---|---|
| < 12 kg CO₂/m²/Jahr (sehr gut) | 100 % | 0 % |
| 12 - 17 kg | 90 % | 10 % |
| 17 - 22 kg | 80 % | 20 % |
| 22 - 27 kg | 70 % | 30 % |
| 27 - 32 kg | 60 % | 40 % |
| 32 - 37 kg | 50 % | 50 % |
| 37 - 42 kg | 40 % | 60 % |
| 42 - 47 kg | 30 % | 70 % |
| 47 - 52 kg | 20 % | 80 % |
| > 52 kg CO₂/m²/Jahr (sehr schlecht) | 5 % | 95 % |
Für Vermieter: Bei einem unsanierten Mehrfamilienhaus mit hohem Verbrauch kann der Vermieteranteil schnell mehrere hundert Euro pro Jahr und Wohnungbetragen — Tendenz stark steigend. Energetische Sanierung senkt diesen Anteil direkt.
Wie Sie die CO₂-Steuer reduzieren oder eliminieren
| Maßnahme | CO₂-Reduktion | CO₂-Steuer-Ersparnis/Jahr (2026) |
|---|---|---|
| Gebäudehülle dämmen (Fassade + Dach) | 30 - 50 % | 70 - 130 € |
| Wärmepumpe statt Gasheizung | 100 % (kein Gas mehr) | 220 - 260 € (komplett weg) |
| Pelletheizung statt Gas | ~95 % (Biomasse nahezu CO₂-neutral) | 210 - 250 € |
| Fernwärme (je nach Quelle) | 50 - 90 % | 110 - 230 € |
Fazit: Wer von Gas oder Öl auf eine Wärmepumpe umsteigt, zahlt keine CO₂-Steuer mehr — ein zusätzlicher Sparvorteil, der jedes Jahr größer wird.
EU EPBD und Gebäudemodernisierungsgesetz
Neben der CO₂-Steuer kommt weiterer Druck durch die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD), die bis Mai 2026 als Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) in deutsches Recht umgesetzt wird. Diese schreibt vor:
- Mindestenergiestandards für die schlechtesten Gebäude (Klasse G und F)
- Schrittweise Verschärfung bis 2033
- Verbot fossiler Heizungen in Neubauten ab 2030
Wer jetzt saniert, erfüllt künftige Anforderungen bereits — und vermeidet Wertverlust der Immobilie.
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